Wandern in Südafrika

Blick ins Tal im Nature Reserve Jonkershoek

Atemberaubender Ausblick auf der Panoramaroute im Jonkershoek Nature Reserve

Entlang der Garden Route und Western Cape

Beim Reisen entdecke ich ein Land am liebsten zu Fuß. Beim Gehen nehme ich das Geschehen um mich herum ganz anders wahr und sauge am meisten auf: Geräusche, Licht, Gerüche, Stimmungen. Wanderungen oder längere Spaziergänge gehören für mich im Urlaub deswegen einfach dazu.

Kleiner Spazierweg am Kap der Guten Hoffnung

Wanderung vom Kap der Guten Hoffnung zum Aussichtspunkt Diaz Beach

Im Dezember 2025 bzw. Januar 2026 war ich das erste Mal in Südafrika. Drei Wochen lang bin ich dem Winter entflohen, habe täglich viel Sonne getankt und so viel Zeit wie möglich draußen verbacht. Die drei Wochen Sommer im Winter haben mir unglaublich gut getan.

Jonkershoek Nature Reserve

In Südafrika warteten keine großen Gipfelmissionen auf uns, sondern viele kürzere Wanderungen und Spaziergänge, die sich gut in den Tag eingefügt haben. Das war auch perfekt, da wir oft längere Strecken mit dem Auto zurückgelegt haben und uns vorher oder danach noch einmal die Beine vertreten wollten.

Abseits von “Massenwanderungen” wie dem Tafelberg, Lions Head und Signal Hill

Die Wanderungen zum Tafelberg, sowie Lions Head standen eigentlich auch auf unserer Liste, wir haben uns dann allerdings bewusst dagegen entschieden. Der Grund: Fotos und Videos bei Instagram, auf denen man gesehen hat, wie voll es dort in der Hauptsaison ist. Das hat uns eher abgeschreckt.

Stattdessen sind wir an unserem ersten Tag in Kapstadt zum Kloof Corner gelaufen - einem Punkt unterhalb des Tafelbergs. Und das war für uns völlig ausreichend. Die Wanderung war eine perfekte Sundowner-Tour: wenig los, tolles Licht und ein atemberaubender Blick auf den Lion’s Head, Camps Bay und Kapstadt.

Blick vom Kloof Corner auf den Lions Head

Blick vom Kloof Corner auf den Lions Head

Den Tipp für diese Wanderung haben wir übrigens von einem Local bekommen. Zeigt mal wieder, wie sehr es sich lohnt, mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen.

Blick auf Bucht und Holzstege im Robert Nature Reserve

Route Nr. 3 im Robberg Nature Reserve

Was uns insgesamt positiv überrascht hat: Auf allen Wanderungen, die wir unternommen haben, war erstaunlich wenig los. Manchmal hatten wir die Wege komplett für uns allein. Da habe ich mich gefragt, ob Wandern im Südafrika-Urlaub einfach keine so große Rolle spielt – oder ob es bei den Urlauber*innen noch nicht ganz so angekommen ist? Ich meine, gut für uns. Schade für alle, die diese Zeit draußen verpassen, denn gerade Naturreservate und Nationalparks haben eine verhältnismäßig gute Wanderinfrastruktur.

Wanderungen entlang der Küste

Wer mich kennt, der weiß, ich laufe unglaublich gerne an der Küste entlang. So richtig ins Küstenwandern habe ich mich in Portugal auf dem Fishermans Trail bzw. auf der Ruta Vincentina verliebt.

Blick auf einen Dünenweg mit Meerblick im De Hoop Nature Reserve

Weite, Meer & Ruhe im De Hoop Nature Reserve

Das Meer im Blick zu haben, die Weite, das gleichmäßige Rauschen - das wirkt auf mich sehr beruhigend und belebend zugleich. Schon bei meiner Recherche habe ich festgestellt, dass es in Südafrika viele Küstenwege gibt - einfach ein Traum! Also stand entlang der Garden Route so ziemlich jede Tagestour an der Küste auf unserem Plan.

Blick vom St. Blaize Trail auf den Leuchtturm in Mossel Bay

Auf dem St. Blaize Trail bei Mossel Bay

Küstenwege, die wir gelaufen sind:

Sandweg im Robberg Nature Reserve bei Plettenberg Bay

Traumhafte Wege im Robberg Nature Reserve bei Plettenberg Bay

Gut zu wissen:

Der Cliff Path sowie der St. Blaize Trail sind Streckenwanderungen. Entweder man läuft die Route komplett und lässt sich per Taxi zurückbringen – oder man dreht einfach irgendwann um und läuft den gleichen Weg zurück. Wir haben uns meist für die zweite Variante entschieden.

Drei meiner Lieblingstouren in Südafrika

Einige Wanderungen sind mir besonders im Kopf geblieben. Drei davon möchte ich hier kurz hervorheben:

Blick Richtung Berge im Jonkershoek Nature Reserve

Panoramaroute im Jonkershoek Nature Reserve

Jonkershoek Nature Reserve – Panoramaroute

Die Panoramaroute im Jonkershoek Nature Reserve war für mich eine der schönsten Wanderungen der gesamten Reise – wenn nicht sogar eine meiner Top 5 überhaupt. Viel sattes Grün, schroffe Berge, endlose Weite und einfach nur Ruhe. Eine Landschaft, die sich komplett anders anfühlt als die Küste, aber genauso intensiv wirkt. Und das nur einen Katzensprung von Stellenbosch entfernt! Absolute Herzensempfehlung!

Blick von den Dünen in die Ferne im De Hoop Nature Reserve

Eins meiner Highlights: durch die Dünen im De Hoop Nature Reserve spazieren

De Hoop Nature Reserve

Komplett entschleunigend war für mich der Besuch bzw. Spaziergang im De Hoop Nature Reserve. Neben den unzähligen Möglichkeiten das Naturreservat zu erkunden, hat es mir der Teil an der Düne am meisten angetan. Wenn man am Bistro (bei Koppie Alleen) steht sind links Steilküste und Buchten, geradeaus ein Gezeiten Pool und rechts die große Düne.

Da wir nicht so viel Zeit hatten, sind wir nur ein wenig nach links gelaufen und haben es uns in eine der vielen Buchten für eine Pause gemütlich gemacht. Anschließend sind wir noch in die Düne rein, was definitiv mein Highlight war. Düne. Endlose Weite. Weißer Sand. Hier wäre ich gerne noch viel länger langlaufen.

Tipp: Plane - wenn möglich - mind. eine Übernachtung im Reservat ein, um keinen Stress mit den Aktivitäten wie wandern und Radfahren zu haben.

Blick auf den Swartberg Pass

Blick von der Ou Top Circular Route auf den Swartberg Pass

Swartberg Pass – Ou Tol Circular Route

Schon der Weg zum Swartberg Pass war ein Erlebnis. Schotterpiste und Abgrund sind hier nah beieinander. Wir haben uns mit unserem Kleinwagen den Weg hochgetraut und wurden nicht enttäuscht. Die Ausblicke vom Pass ins Tal runter waren atemberaubend. Oben angekommen haben wir das Auto geparkt und sind die Ou Top Circular Route gelaufen. Auch hier waren wir wieder alleine.

Blick ins Swartberg Nature Reserve

Blick von der Ou Top Circular Route ins Swartberg Nature Reserve

Praktische Tipps

  • Alternative Wege suchen
    Abseitswanderungen lohnen sich fast immer als Alternative zu den bekanntesten Spots. Vor allem, wenn man dann den Ausblick auf die schönsten Berge genießen kann (anstatt drauf zu stehen).

  • Früh starten
    Gerade in Naturreservaten ist es morgens am ruhigsten – und oft auch am schönsten. Beim Jonkershoek Nature Reserve am besten um 7 Uhr am Tor stehen, da nur max. 20 Autos zum 5 km entfernten, im Park liegendem Parkplatz/Startpunkt der Wanderung fahren dürfen. ;)

  • Trekking- bzw. Wanderschuhe sind manchmal hilfreich
    Wir hatten nur unsere Sportschuhe dabei, was auch funktioniert hat. An manchen Stellen (hauptsächlich bei den größeren Wanderungen) hätte ich gerne meine Wanderschuhe bei mir gehabt.

  • Küste = windig
    In Südafrika ist es eigentlich fast immer windig. Es fühlt sich dann oft kälter an als es ist. Unbedingt gut eincremen und an eine Kopfbedeckung denken, denn die Sonne ist nicht zu unterschätzen.

Routen & GPX-Tracks

Alle beschriebenen und weitere Touren habe ich in meiner komoot Collection für dich gesammelt und übersichtlich dargestellt. Die Wanderungen lassen sich flexibel kombinieren und gut an Zeit, Wetter, Lust und Laune anpassen.

Overall-Fazit: JA zu wandern in Südafrika!

Meine kleine aber feine Sammlung ist kein „Best of der spektakulärsten Wanderungen“, sondern eher eine Zusammenstellung entspannter, landschaftlich schöner Wege. Durch diese Wege habe ich Südafrika von seiner abwechslungsreichen Seite kennen gelernt. Viel Küste, viel Grün, viel Weite – und genau die Art von aktiver Entschleunigung, die für mich auf Reisen einfach dazugehört.

Person im Jonkershoek Nature Reserve

Happy me in den Hottentot-Mountains (Jonkershoek Nature Reserve)

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